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Womo-Index: Kosten für Wohnen & Mobilität

Der Comparis-Womo-Preisindex misst die Preisentwicklung in den Bereichen Wohnen und Mobilität. Der 20-Jahres-Vergleich zeigt: Die Preise für Güter und Dienstleistungen sind um über 21 Prozent gestiegen.

Alina Meister
Alina Meister

27.03.2025

Strasse mit Auto in den Schweizer Alpen

iStock / Vlad Yushinov

1.Wie haben sich die Preise für Wohnen und Mobilität verändert?
2.Womo: Das ist der aktuelle Indexstand
3.Preisanstieg in 4 Jahren fast so hoch wie in 16 Jahren zuvor
4.Preisentwicklung nach Produktgruppen
5.Wer spürt die Teuerung am meisten?

1. Wie haben sich die Preise für Wohnen und Mobilität verändert?

Der Womo-Preisindex verzeichnete im Februar 2025 einen Anstieg der Wohn- und Mobilitätskosten von 0,7 Prozent innerhalb eines Jahres.

Die Preise für Wohnen und Mobilität (kurz: Womo) stiegen überdurchschnittlich. Zum Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg nur um 0,3 Prozent.

Stärkste Preisanstiege im letzten Jahr

  • Besonders stark sind die Preise für Motorfahrzeugversicherungen gestiegen: Sie sind 6,1 Prozent teurer als im Februar 2024.

  • Für Bodenbeläge und Teppiche zahlen Sie 5,4 Prozent mehr als vor 12 Monaten.

  • Die Preise für Wohnungsmieten stiegen im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent.

Stärkste Preisrückgänge im letzten Jahr

  • Die Preise für Elektrizität sind innerhalb von 12 Monaten um 8,7 Prozent gesunken.

  • Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) wurde um 7,4 Prozent günstiger.

  • Auch Gebrauchtwagen wurden günstiger – mit einem Minus von 4,6 Prozent.

Mehr Zahlen und Hintergründe zu den Studienergebnissen finden Sie im Comparis-Womo-Preisindex März 2025.

Beispielrechnung: Wie viel müssen Familien zusätzlich zahlen?

Ein Anstieg des Womo-Preisindex um 0,7 Prozent innerhalb eines Jahres heisst konkret: Hat eine Familie im letzten Jahr für die Wohnungsmiete monatlich 2’500 Franken, fürs Auto 1’000 Franken und für die ÖV-Tickets 200 Franken ausgegeben, sind die Kosten gegenüber dem Vorjahr um rund 26 Franken monatlich gestiegen. Auf das ganze Jahr gesehen ergeben sich so allein fürs Wohnen und die Mobilität Mehrkosten von 311 Franken.

Der Womo-Index misst die Teuerung speziell in den Bereichen Wohnen und Mobilität – einschliesslich der Kosten für das Auto, den ÖV, die Miete und den Strom.

Was bringt der Womo-Index?

Wohnen und Mobilität machen bei einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen Konsum aus.

Das Problem: Kosten für die Wohnung, den ÖV oder das Auto sind sogenannte träge Konsumposten. Solche Kosten sind fix und können nicht so einfach durch das eigene Konsumverhalten beeinflusst werden. Preisanstiege bei Wohnen und Mobilität sind darum für viele besonders schmerzhaft.

In anderen Statistiken sind diese wichtigen Ausgabeposten zu wenig berücksichtigt. Der Womo-Index schafft hier Transparenz und beleuchtet diese Zahlen detailliert.

Wie entsteht der Womo-Index?

Die Berechnung erfolgt in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Der Index ergänzt den Comparis-Konsumentenpreisindex und den Comparis-Freizeitindex.

2. Womo: Das ist der aktuelle Indexstand

Ein Blick auf die Preisentwicklung bei Wohnen und Mobilität zeigt: Die Preise sind im Februar 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent gestiegen. In den letzten Monaten hat sich das Preisniveau stabilisiert.

3. Preisanstieg in 4 Jahren fast so hoch wie in 16 Jahren zuvor

Die Inflation ist in den letzten Monaten zwar immer weiter gesunken, liegt aber immer noch deutlich höher als vor vier Jahren. Der Womo-Index stieg in diesem Zeitraum um 9,7 Prozent

Zum Vergleich: In den 16 Jahren davor (Februar 2005 bis Februar 2021) betrug der Anstieg insgesamt 21,2 Prozent. Das zeigt, dass die Inflation in den letzten vier Jahren fast genauso stark gestiegen ist wie in den 16 Jahren davor.

Energie zum Heizen: Preise haben sich in 20 Jahren verdoppelt

Besonders die Energiepreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen: Heizenergie (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) ist in den letzten vier Jahren um fast 50 Prozent teurer geworden. Auch die Strompreise sind um fast 40 Prozent gestiegen.

In den letzten 20 Jahren haben sich die Preise für Heizenergie mit einem Plus von 102,2 Prozent mehr als verdoppelt. Die Stromkosten stiegen um 67 Prozent, während Treibstoff um 26,8 Prozent teurer wurde. Bemerkenswert dabei: Rund die Hälfte des Anstiegs ist auf die Preiserhöhungen in den letzten vier Jahren zurückzuführen.

Energiepreise unterliegen sehr starken Preisschwankungen, da die Nachfrage auch sehr stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängt. Dennoch ist ein langfristiger Aufwärtstrend bei der Preisentwicklung zu beobachten.

Author Dirk Renkert Foto
Dirk RenkertComparis-Immobilien- & -Finanzexperte

Daneben sind auch die Wohnungsmieten seit Februar 2005 mit 31,5 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen. Im Vergleich zu vor vier Jahren betrug die Teuerung 9,3 Prozent.

Trotz Inflation: Preise für Autos tiefer als vor 20 Jahren

Es gibt auch Güter, deren Preise zwar in den letzten vier Jahren gestiegen, langfristig aber gesunken sind. Dazu zählen beispielsweise Gebraucht- und Neuwagen: Seit Februar 2021 sind sie um 8,8 bzw. 4 Prozent teurer geworden. Der 20-Jahres-Vergleich zeigt jedoch: Neuwagen sind heute 8,7 Prozent günstiger als damals. Bei Gebrauchtwagen ist der Preisrückgang mit minus 26,2 Prozent noch deutlicher. 

4. Preisentwicklung nach Produktgruppen

Hier sehen Sie die detaillierten Preisentwicklungen in den Bereichen Wohnen und Mobilität – aufgeschlüsselt nach Produktgruppen (Grafik ist interaktiv).

5. Wer spürt die Teuerung am meisten?

Von der Teuerung sind nicht alle Schweizer Haushalte gleich stark betroffen. Das Konsumverhalten unterscheidet sich unter anderem je nach Alter, Einkommen und Region.

Womo-Index nach Einkommen

  • Die tiefste Einkommensklasse spürt die Teuerung mit einem Anstieg von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten. Seit November 2024 blieb die Teuerung für sie unverändert.

  • Die höchste Einkommensklasse ist am wenigsten betroffen. Hier stieg die gefühlte Teuerung in den letzten 12 Monaten um 0,5 Prozent. Auch hier blieb sie aber  in den letzten drei Monaten unverändert.

Womo-Index nach Alter & Wohnsituation

  • Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren erlebten mit 1,2 Prozent die höchste Teuerung gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum November 2024 stiegen die Preise für sie um 0,2 Prozent.

  • Paare ab 65 Jahren ohne Kinder spürten mit 0,1 Prozent die geringste Teuerung. Im 3-Monats-Vergleich sank diese für sie um 0,1 Prozent.

Womo-Index nach Region

  • Die französische Schweiz verzeichnete mit 0,7 Prozent die höchste Teuerung im Vorjahresvergleich. Gegenüber November 2024 stiegen die Preise für sie um 0,1 Prozent.

  • Die italienische Schweiz hatte mit 0,5 Prozent die vergleichsweise niedrigste Teuerung. Seit November 2024 blieb die Teuerung für sie unverändert.

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 27.03.2024

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