Login
Login

Konsumentenpreisindex: Wie entwickeln sich die Preise in der Schweiz?

Der Konsumentenpreisindex von Comparis misst die gefühlte Inflation. Der Index zeigt: Sinkende Preise bei der Gesundheitspflege haben die Inflation gedämpft.

Roman Heiz Foto
Roman Heiz

26.02.2025

Eine ältere Frau wird gepflegt von einer Pflegefachfrau

iStock / Halfpoint

1.Konsumentenpreisindex: Wie haben sich die Preise verändert?
2.Inflation: Preise im Schweizer Warenkorb im Überblick
3.Gesundheitskosten: Sinkende Preise bei Medikamenten und Sanitätsmaterial
4.Deutliche Preisanstiege beim Heizen und Luftverkehr
5.Wer spürt die Teuerung in der Schweiz am meisten?
6.LIK und Konsumentenpreisindex auf einen Blick

1. Konsumentenpreisindex: Wie haben sich die Preise verändert?

Der Comparis-Konsumentenpreisindex misst die gefühlte Inflation (siehe Infobox). Das sind die Entwicklungen im Januar 2025:

Seit Dezember 2024

  • sind die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Schnitt um 0,2 Prozent gestiegen.

Innerhalb eines Jahres

  • sind die Preise für Alltagsgüter im Schnitt um 0,3 Prozent gestiegen.

  • war der stärkste Preisanstieg bei Schokolade (10,5 Prozent*) zu verzeichnen.

  • verzeichnete Elektrizität (–8,7 Prozent*) den stärksten Preisrückgang.

Innerhalb von vier Jahren

Die vollständigen Studienergebnisse lesen Sie im Comparis-Konsumentenpreisindex Januar 2025.

Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH misst monatlich die tatsächlich gefühlte Teuerung

Der Index betrachtet ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern. Er berücksichtigt explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen. Die Teuerungsrate wird um inflationsdämpfende Faktoren wie Mieten oder dauerhafte Güter bereinigt.

Die Datengrundlage bilden der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) und die Haushaltsbudgeterhebung (HABE).

2. Inflation: Preise im Schweizer Warenkorb im Überblick

So haben sich die Preise für unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen entwickelt:

Hinweis: Die Grafiken sind interaktiv.

3. Gesundheitskosten: Sinkende Preise bei Medikamenten und Sanitätsmaterial

Trotz der Inflation gab es in den letzten vier Jahren auch Produkte und Dienstleistungen, die günstiger wurden. So sind etwa die Preise der Gesundheitspflege insgesamt leicht gesunken – und zwar um 1,9 Prozent*.

Der Preisrückgang zeigt sich insbesondere bei Medikamenten- und Laborkosten sowie beim Sanitätsmaterial:

Wie kann es sein, dass die Preise sinken und gleichzeitig die Krankenkassenprämien steigen?

Sinkende Preise der Gesundheitspflege sorgten in den letzten 4 Jahren für einen dämpfenden Effekt bei der Inflation. Sonst wäre die Inflation höher ausgefallen. Die Krankenkassenprämien steigen allerdings trotzdem, weil immer mehr medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden.

Author Dirk Renkert Foto
Dirk RenkertComparis-Immobilien- & -Finanzexperte

4. Deutliche Preisanstiege beim Heizen und Luftverkehr

Innerhalb von vier Jahren sind die Preise für verschiedene Produkte und Dienstleistungen deutlich gestiegen.

  • Besonders stark verteuert hat sich der Luftverkehr mit einem Anstieg von 59,3 Prozent*.

  • Auch Energie zum Heizen ist mit einem Plus von 52,5 Prozent* erheblich teurer geworden.

  • Weiter sind Lebensmittel wie Margarine, Speisefette und -öle (+27,6 Prozent*) sowie Zucker (+26,6 Prozent*) von erheblichen Preissteigerungen betroffen.

  • Auch Treibstoff verteuerte sich spürbar um 18 Prozent*.

Preisentspannung bei Elektrizität

Im Vierjahresvergleich verzeichnet Elektrizität ein Plus von 38,2 Prozent*. Aber: Vor 12 Monaten bezahlten Konsumierende noch mehr für Elektrizität. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Preise in dieser Zeit um 8,7 Prozent* gesunken.

Der starke Rückgang der Strompreise um fast 9 Prozent drückt die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 0,2 Prozentpunkte.

Author Dirk Renkert Foto
Dirk RenkertComparis-Immobilien- & -Finanzexperte

Schokolade mit höchstem Preisanstieg im Jahresvergleich

Schokolade verzeichnete im Januar 2025 den stärksten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat – die Preise stiegen um 10,5 Prozent*.

Hauptgründe sind teurere Rohstoffe wie Zucker, Milch und Kakao sowie steigende Kosten für Energie, Transport, Verpackung und Löhne.

Experten warnen zudem vor möglichen weiteren Preiserhöhungen aufgrund schlechter Ernten und zunehmender Dürren.

5. Wer spürt die Teuerung in der Schweiz am meisten?

Je nach Einteilung der Befragten ergibt sich bei der gefühlten Teuerung ein anderes Bild.

Unterscheidung nach Haushaltstypen

Paare unter 65 Jahren ohne Kinder spürten die höchste Teuerung (+0,5 Prozent). Für Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren blieb sie unverändert.

Unterscheidung nach Einkommen

Die höchste Einkommensklasse spürte die stärkste Teuerung (+0,5 Prozent), während die tiefste Einkommensklasse eine leichte Verbilligung (–0,1 Prozent) erlebte.

Unterscheidung nach Sprachregionen

Die Deutsch- und rätoromanische Schweiz verzeichneten die höchste Teuerung (+0,3 Prozent), die italienische Schweiz die niedrigste (+0,2 Prozent).

6. LIK und Konsumentenpreisindex auf einen Blick

Die gefühlte Teuerung ist in den letzten Jahren höher gewesen als die Teuerung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Hier sehen Sie die Index-Entwicklung im Vergleich.

*Mit einem Stern (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen vom LIK/BFS.

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 30.05.2022

Das könnte Sie auch interessieren

Inflation, Deflation, Stagflation: Fragen und Antworten

24.05.2022

Immobilienmarkt Schweiz: Das müssen Sie jetzt wissen

05.11.2024

Finanzielle Aussichten: Krankenkassen belasten immer stärker

27.12.2024

Freizeit-Preisindex: Bergbahnen und Ferienwohnungen massiv teurer

23.01.2025