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Nomophobie: Smartphone-Sucht in der Schweiz

Smartphones werden immer wichtiger – und teils zum Problem. Immer mehr Personen leiden unter Smartphone-Sucht, der sogenannten Nomophobie. Comparis erklärt.

Magdalena Soll Foto
Magdalena Soll

12.11.2024

Ein Mann liegt im Dunkeln im Bett und schaut auf sein Handy.

Image / FG Trade

1.Was ist Nomophobie?
2.Was sind Symptome einer Handysucht?
3.Smartphone-Sucht-Studie: Wie viele Personen sind süchtig nach ihrem Handy?
4.Handysucht: Was kann ich tun?

1. Was ist Nomophobie?

Das Wort «Nomophobie» ist eine Abkürzung des englischen «No-Mobile-Phone-Phobia». Es ist die Angst, ohne Handy zu sein. Bei einer Handysucht bekommen Sie etwa Angstgefühle, wenn Ihr Smartphone nicht verfügbar ist.

2. Was sind Symptome einer Handysucht?

Die Symptome der Handysucht ähneln den Entzugserscheinungen anderer Süchte. Ist das Smartphone nicht in der Nähe, zeigt sich das bei Betroffenen durch

  • Angstzustände

  • körperliche Reaktionen wie Herzklopfen und Schweissausbrüche

  • Verhaltensänderungen: Sie schalten das Handy nicht aus oder tragen mehrere Geräte bei sich.

Nomophobie ist noch nicht als offizielle Diagnose anerkannt.

3. Smartphone-Sucht-Studie: Wie viele Personen sind süchtig nach ihrem Handy?

Gemäss einer Comparis-Studie haben etwa 40 Prozent der Befragten eine deutliche bis ausgeprägte Nomophobie. 23 Prozent der Befragten können problemlos auf ihr Handy verzichten.

Tipp: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie zeigt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick auch in seinem Format #iFrickNews.

Tipp: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie zeigt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick auch in seinem Format #iFrickNews.

Die Smartphone-Sucht ist in der Romandie stärker ausgeprägt als in der Deutschschweiz. In der Westschweiz weisen 47 Prozent zumindest deutliche Anzeichen von Nomophobie auf. In der Deutschschweiz sind es nur 37 Prozent. 

Bei der Abhängigkeit vom Handy gibt es auch einen Stadt-Land-Graben:

  • Auf dem Land können 28 Prozent der Befragten auf ihr Handy verzichten. 34 Prozent sind von Nomophobie betroffen.

  • In der Stadt können 19 Prozent der Befragten auf ihr Handy verzichten. 43 Prozent sind von Nomophobie betroffen.

Gründe dafür sind etwa die beruflichen und sozialen Anforderungen. Ausserdem treffen sich Personen auf dem Land zum Beispiel eher am Stammtisch als in den sozialen Medien.

Handysucht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufiger

Am meisten betroffen von Nomophobie sind Personen zwischen 16 und 35 Jahren. In der Altersklasse zeigen über die Hälfte der Befragten deutliche bis ausgeprägte Zeichen einer Smartphone-Sucht. Nur 14 Prozent hätten keine Probleme bei einem Verzicht auf ihr Handy.

Das Smartphone ist bei Jungen das zentrale digitale Gadget, das für vielfältigste Aufgaben genutzt wird. Die Abhängigkeit vom Handy, verbunden mit der Angst, etwas zu verpassen, verstärkt diese Symptome bei jungen Menschen.

Jean-Claude Frick Foto
Jean-Claude FrickComparis-Digitalexperte

Die höhere Handynutzung der Jugendlichen wirkt sich auch auf die Smartphone-Nutzung in Familien aus. Beispiel: Jugendliche digitalisieren Kalender, anstatt einen Wandkalender zu nutzen.

In Familienhaushalten herrscht oft ein Bedürfnis nach Erreichbarkeit und Zugang zu Informationen. Das führt teils zu Nomophobie bei Kindern und Eltern. Entsprechend sind Haushalte ab drei Personen anfälliger für eine Smartphone-Sucht.

Alle Ergebnisse der Befragung lesen Sie in der Medienmitteilung zur Smartphone-Sucht.

4. Handysucht: Was kann ich tun?

Leiden Sie unter Nomophobie? Dann kann Ihnen ein Digital Detox helfen. Das heisst: Sie verzichten teilweise oder vollständig auf digitale Medien. Sie können sich etwa feste Zeiten für die Smartphone-Nutzung oder auch für einzelne Apps setzen. Entsprechende Zeitlimiten können Sie in der Regel im Smartphone festlegen. 

Sie können sich auch bewusst in Situationen begeben, die Unruhe auslösen. Mit der Zeit können Sie sich dann an Alternativen zum Handy gewöhnen. Statt des Handyweckers nutzen Sie zum Beispiel einen herkömmlichen Wecker. Comparis-Experte Jean-Claude Frick: «Man muss die Störung aber ernst nehmen. In schweren Fällen kann eine Psychotherapie erforderlich sein.»

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 12.11.2024

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